Beth Ditto – Fake Sugar

Von am 25. Juni 2017

ALBUM der WOCHE KW 26/2017

Beth Ditto wurde 1981 in Searcy, Arkansas, als Mary Beth Patterson geboren. Die Singer-Songwriterin war seit der Gründung 1999 bis zu ihrer Auflösung 2016 Sängerin und Frontfrau der Band „Gossip“. Beth lebte mit ihrer Familie in Judsonia, wo sie als Außenseiterin aufwuchs und sich mehr und mehr dem Punk- und Grungestil zuwandte. Sie sang in einem Chor und gemeinsam mit ihrem Highschoolfreund Anthony und dem Schlagzeuger Joey Story gründete sie die Band „Little Miss Muffet“ als sie etwa 15 war. Gemeinsam mit anderen lokalen Bands wie vor allem „Room Fulloff Thirteen“ sowie „Mrs. Garrett“, der Band von Nathan Howdeshell, den „Space Kadetts / Boy Pussy USA“, sowie „PooPoo Icee“, in der Jeri Beard und Kathy Mendonca spielten, traten sie auf. Mit Nathan Howdeshell, Kathy Mendonca und Jeri Beard teilte sie sich nach der Highschoolzeit in Olympia (Washington) eine Wohnung.

Olympia war zu diesem Zeitpunkt geprägt von der Punkkultur und der musikalischen Entwicklung des Riot Grrrl sowie dem Grunge aus Seattle. 1999 gründeten Nathan, Kathy und sie aus einer Laune heraus die Band „Gossip“ und spielten ein paar Auftritte. Bei dem Independent-Label K Records veröffentlichte die Band eine EP als Debüt, später wechselte sie zum Riot-Grrrl-Label „Kill Rock Stars“, wo sie 2001 ihr erstes Album „That’s Not What I Heard“ aufnahm.

Nach 17 Jahren und 6 Alben lösten sich „Gossip“ 2016 auf. Still wird es um Beth Ditto aber nicht: Fünf Jahre nach der überraschend elektronischen Solo-EP „Beth Ditto EP“ folgt mit „Fake Sugar“ das erste Album als eigenständige Künstlerin. Verglichen mit Gossips eher bluesigem Garage-Rock-Sound wagen Beths Solo-Releases einen Schritt in den Disco-Sound der Achtziger, lehnen an Soul an und sind ein Stück weit melancholischer.

Nicht umsonst wird ihre Stimme oft mit der von Tina Turner, Etta James oder Janis Joplin verglichen. Wenn Beth gefragt wird, wen sie denn bei Präsidentschaftswahlen wählen würde, antwortet sie ganz gelassen: „Ich würde mich selbst wählen. Beth for President!“ – ihr Selbstbewusstsein ist nicht kleinzukriegen.

Die 36-Jährige arbeitete an „Fake Sugar“ in erster Linie mit Jennifer Decilveo (Andra Day, Ryn Weaver) zusammen. Der Grammy-nominierten Produzentin gelang es dabei auf das Beste, Dittos Punk-Neigung mit Pop-Elementen zu kombinieren.

Dabei widmet sich die lesbische Sängerin den Themen Liebe, Verlust, Rückblick und Vorausschau. Und das mit all ihrer Sexiness, Intensität, Kraft und Schönheit. Das Album bietet treibenden Blues, aber auch Eisdielen-Pop, schwärmerischen Rock und einen Country-Soul-Mix. Der Song „In And Out“ ist ein Hipshaker mit Fifties-Girlgroup-Vibe, „Savoir Faire“ bringt einen Disco-Kracher mit Dittos schmetternden Rock-Vocals zusammen und „Go Baby Go“ ist eine Hommage an Suicide-Sänger Alan Vega, der in schwarzes Leder gehüllt die interstellare Sound-Autobahn runterbrettert. Auf „Oh My God“ demonstriert die Sängerin den Unterschied zwischen Tina Turner und Bobbie Gentry.

 

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Titel:        

01. Fire, 02. In And Out, 03. Fake Sugar, 04. Savoir Faire, 05. We Could Run, 06. Oo La La, 07. Go Baby Go, 08. Oh My God, 09. Love In Real Life, 10. Do You Want Me To, 11. Lover, 12. Clouds (Song For John),

Foto: Capitol Records

 


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