Katy Perry – Witness
Von Alf Enders am 9. Juli 2017
ALBUM der WOCHE KW 28/2017
Wusstet Ihr das? Katy Perry heißt eigentlich „Katheryn Elizabeth Hudson“. Sie wurde am 25. Oktober 1984 in Santa Barbara, Kalifornien geboren. 2008 kam Katy mit den Songs „ I Kissed a Girl“ und „Hot n Cold“ groß raus und verkaufte weltweit über 126 Millionen Tonträger und über 72 Millionen Download-Singles. Schon 2001 erhielt sie einen Plattenvertrag und veröffentlichte unter dem Namen „Katy Hudson“ das gleichnamige Debütalbum, das aber kommerziell erfolglos blieb, obwohl es „breiten Anklang in der christlichen Musikszene“ fand. Kurz nach dem Erscheinen wählte sie den Geburtsnamen ihrer Mutter als Künstlernamen, um nicht mehr mit der Schauspielerin „Kate Hudson“ verwechselt zu werden.
Nach „One of the Boys“, „Teenage Dream“ und „Prism“ ist jetzt ihr aktuelles Album „Witness“ am Start. Mit der im Februar 2017 erschienenen Single „Chained to the Rhythm“ erreichte Katy die Top-10 in Deutschland, Österreich, der Schweiz wie auch im Vereinigten Königreich und den USA. Bei dem vom Reggae beeinflussten Song wirkte Rapper Skip Marley als Gast mit. Seit Ende April ist der Song „Bon Appétit“ veröffentlicht. Hierfür arbeitete sie mit dem US-Hip-Hop-Trio „Migos“ zusammen. In Zusammenarbeit mit Rapperin Nicki Minaj hat sie schon Ende Mai 2017 die Single „Swish Swish“ herausgebracht. Natürlich sind die drei Songs auf Witness drauf.
Vor der Veröffentlichung des aktuellen Albums hatte Katy in Kooperation mit YouTube einen viertägigen Livestream angekündigt. Unter dem Namen „Witness World Wide“ streamte YouTube 24 Stunden lang live, angelehnt an das TV-Format Big Brother, aus einem Haus das mit 41 Kameras präpariert wurde. Sie lebte für vier Tage in diesem Haus und stand so unter dauerhafter Beobachtung. In Anlehnung an den Namen ihres Albums „Witness“ (zu Deutsch Zeuge) sollte man so Zeuge Ihres normalen Lebens werden können. Vor Beginn eines jeden Tages wurde durch die Sozialen Medien von Perry ein Tagesablauf gepostet, in dem verschiedene Aktivitäten geplant waren. Beispielsweise Fragerunden via Social Media, Yoga oder Abendessen mit bekannten Persönlichkeiten wie Sia, James Corden, Jesse Tyler Ferguson und Caitlyn Jenner.
Über „Witness“ scheint in Großbuchstaben der Wunsch nach Veränderung zu stehen. Hit-Amokläufer Max Martin bleibt Katy auf sechs Tracks erhalten, aber ihr bisheriger Stammproduzent Dr. Luke gehört der Vergangenheit an. Der leichte Rockansatz fliegt zusammen mit ihm komplett aus dem Fenster. An seine Stelle treten kühle, an die frühen 1990er angelehnte Clubbeats und Synthesizersounds, die sich schnell zwischen Crystal Waters‘ „Gypsy Woman (She’s Homeless)“ und Snaps „Rhythm Is A Dancer“ ansiedeln.
In 15 Songs schaut Katy zurück auf die Veränderungen in ihrem Leben und auf die sich ständig wandelnde Welt. Daraus resultieren herausfordernde und inspirierende Tracks. Versteckt als Clubsongs und Gute-Laune-Macher vermittelt sie tiefgründige Aussagen. In „Swish Swish“ zum Beispiel setzte sie mit der Rap-Queen Nicki Minaj auf doppelte Frauenpower und singt über Mobbing und die Befreiung von allem Negativen. Und trotz des kritischen Themas ist es bei so einem Clubsound fast unmöglich nicht mittanzen zu wollen. Auch „Chained To The Rythm“ strahlt eigentlich Positivität und Lebensfreude aus, im Text ist Katy aber Zeugin sozialkritischer Erlebnisse. Das Schlusslicht bildet „Into Me You See“, eine sensible und gefühlvolle Ballade.
Titel:
01. Witness, 02. Hey Hey Hey, 03. Roulette, 04. Swish Swish (feat.Nicki Minaj, 05. Déjá Vu, 06. Power, 07. Mind Maze, 08. Miss You More, 09. Chained To The Rhythm feat. Skip Marley, 10. Tsunami, 11. Bon Appétit feat.Migos, 12. Bigger Than Me, 13. Save As Draft, 14. Pendulum, 15. Into Me You See,