Foster The People – Sacred Hearts Club
Von Alf Enders am 3. September 2017
ALBUM der WOCHE KW 36/2017
Der Kopf der Indie-Elektropop-Band „Foster The People“, Sänger und Gitarrist Mark Foster, stammt eigentlich aus Cleveland, ging aber nach Los Angeles, um dort unter anderem als Komponist für Film- und Fernsehwerbung Geld zu verdienen. Anfangs war er auch als Solomusiker unterwegs, bevor er im Herbst 2009 mit dem Bassisten Cubbie Fink und dem Schlagzeuger Mark Pontius die Band „Foster The People“ gründete.
Beim lokalen Radiosender KROQ machten sie im Jahr darauf mit dem Lied „Pumped Up Kicks“ auf sich aufmerksam, der sich zu einem der Sommerhits des Jahres 2010 entwickelte. Der eingängige Refrain und der poppige Rhythmus steht im Gegensatz zum ziemlich düsteren Text: es geht um einen sozial isolierten, psychotischen Jugendlichen, der eine Amoklauffantasie hat und seinen potenziellen Opfern empfiehlt, vor den Kugeln seiner Waffe wegzulaufen. Mit dem Song wollte die Band ein Zeichen gegen Jugendgewalt setzen. Mark Foster wurde in der Highschool gemobbt und Cubbie Finks Cousine ist eine Überlebende des Amoklaufs an der Columbine High School. Anfang 2011 brachte „Foster The People“ die erste EP raus, die nach dem Lied benannt ist. Im April traten sie bei Coachella 2011 auf. Kurz darauf brachte es ihr Debütsong „Pumped Up Kicks“ in Nordamerika in die Charts und erreichte schließlich Platz 3 in den USA.
Das Debütalbum „Torches“ folgte wenig später und stieg auf Platz 8 der US-Albumcharts ein. „Foster The People“ wurden mit dem Song auf einen Schlag international erfolgreich, besonders in Australien, wo es auf Platz 1 stieg und das Album Platz 5 erreichte.
Ihr aktuelles Album „Sacred Hearts Club“ liegt nun in den Regalen. Es scheint, dass die Kalifornier nun den Sturm auf die Disco-Playlists aufgegeben haben und in der Lounge neben dem Tanzsaal die Füße hochlegen. Songs wie „Doing It For The Money“ und „SHC“ sind zwar eingängiger und verspielter Pop. Weil die BPM-Rate aber eher gemächlich ist, wirken die Songs eher einlullend und angenehm unangestrengt. Auch dann noch, wenn Songs wie „Lotus Eater“ sich zu einem Ausreißer in den Rock aufrafft oder „Loyal Like Sid And Nancy“ schließlich doch den Beat droppen lässt.
Kurz gesagt: die langsamen Beats geben auf der Platte das Tempo vor und den Ton an. Die Gitarren sind nur noch zweitrangig. Die Songs noch massenkompatibler, aber auch gut geschrieben. Ein leicht bekömmliches Album zum Start in die Partynacht.
Titel:
01. Pay the Man, 02. Doing It for the Money, 03. Sit Next to Me, 04. SHC, 05. I Love My Friends, 06. Orange Dream, 07. Static Space Lover, 08. Lotus Eater, 09. Time to Get Closer, 10. Loyal Like Sid & Nancy, 11. Harden the Paint, 12. III,