Foo Fighters – Concrete And Gold
Von Alf Enders am 24. September 2017
ALBUM der WOCHE KW 39/2017
Die US-amerikanische Rockband wurde 1994 von ihrem prominentesten Mitglied, dem ehemaligen Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl gegründet. Nach dem Tod von Nirvana-Frontman Kurt Cobain war die Bandgründung so eine Art Therapie, die Grohl seinem Psychologen zu verdanken hat. Dieser hatte ihn motiviert, die Musik nicht aufzugeben. Grohl scharrte ein paar Jungs um sich, die er aus seinem Nirvana-Umfeld kannte und schuf die Foo Fighters. Die Band veröffentlichte bis heute im Schnitt alle 2-3 Jahre ein neues Album. Die Bandmitglieder wechselten seither hin und wieder, oder kamen wieder zurück. Das Gesicht der Band ist aber Dave Grohl, der die Songs nicht nur singt, sondern meistens auch schreibt. Sobald die Jungs mal nicht auf Tour sind, oder es Bandintern mal zum Zoff kommt, werden in den Medien Trennungsgerüchte laut. Denen entgegnen die Foo Fighters mit der Ankündigung weiterer Tour-Termine, oder einem neuen Album.
Die Foo Fighters gehören zu den größten Rockbands der Welt und füllen Stadien. Schlagzeilen schreiben die Foo Fighters, bis auf wenige Ausnahmen, nur gute. Den „Fighters“ selbst macht ihre Musik offenbar auch nach all den Jahren noch gehörig Bock. Sie tun damit auch weiterhin keinem weh. Weder sich, ihren Fans noch den Kritikern. Man kann dieser Band außer ihrer Berechenbarkeit und der ewigen Rockpose eigentlich nichts vorwerfen.
Grohl und seine fünf Mitstreiter schmeißen mit dem neuen Longplayer „Concrete and Gold“ ihr neuntes Album auf den Markt. Nach der Vorabsingle „Run“ hat man schon eine Ahnung, wohin es mit dem neuen Longplayer gehen könnte. Die Foo Fighters sind bekannt für melodieverliebte, facettenreiche Rocksongs mit dem bekannten Sinn für echte Stadionhymnen. Das Vorgängeralbum „Sonic Highways“ war da vielleicht schon etwas zu überambitioniert – Kein Bauchgefühl ! Das neue Album sollte ursprünglich vor Publikum aufgenommen werden, in einem extra dafür gebauten Studiokomplex. Den Plan, hat Grohl dann angeblich wegen einer ähnlichen Idee der britischen Sängerin PJ Harvey geändert. „Concrete and Gold“ ist deshalb sehr spontan und mit viel Freude entstanden. Und das merkt man dem Album an. Es klingt frisch und rotzig, und schüttelt spätestens im Refrain ohrwurmverdächtige Harmonien aus dem Ärmel.
Und doch klingt Album Nummer 9 anders als seine Vorgänger. Es wurde produziert von Greg Kurstin, der mit seiner Band „The Bird And The Bee“ eine etwas spezielle Musik macht, in die sich Grohl nach eigener Aussage „regelrecht verliebt“ hat. So wurde Kurstin – der auch mit Künstlern wie Adele, Pink und Beyoncé zusammenarbeitet – zum Produzenten des neuen Foo-Fighter-Albums.
Das Team Foo-Fighters-Kurstin setzt stark auf gegenläufige Effekte. So zuckt man beim ersten der elf Songs gleich mal kurz zusammen, weil man denkt, es handelt sich um die ersten Takte der Ukulelen-Version von „Over The Rainbow – bis einen die typische Chor-und-Gitarren-Bombast-Intervention schnell auf den bebenden Beton der Tatsachen zurück holt. Eine Wundertüte darf man allerdings beim neuen Album trotzdem nicht erwarten. Der Fan bekommt schon noch das was die „Fighters“ ausmacht – einfach gute Rockmusik!
Titel:
01. T-Shirt, 02. Run, 03. Make It Right, 04. The Sky Is a Neighborhood, 05. La Dee Da, 06. Dirty Water, 07. Arrows, 08. Happy Ever After (Zero Hour), 09. Sunday Rain, 10. The Line, 11. Concrete and Gold,
Fotos: Roswell Records