Kaiser Chiefs – Duck

Von am 28. Juli 2019

ALBUM der WOCHE KW 31/2019

Als die Kaiser Chiefs im März 2005 ihr Debütalbum EMPLOYMENT, das ihnen zu außerordentlicher Berühmtheit verhelfen sollte, veröffentlichten, steckten heutige Stars wie Camila Cabello oder Shawn Mendes noch in den Kinderschuhen und Shootingstar Billie Eilish brabbelte ihre ersten verständlichen Worte. Schnappi – Das kleine Krokodil war auf dem Weg zur Nummer 1 in den deutschen Charts und im Kino wurde „Harry Potter und der Feuerkelch“ abgefeiert. Die Kaiser Chiefs gründeten sich Anfang 2003 in Leeds und gingen aus der Garage-Rock-Band „Parva“ hervor.

Der Name der Band lehnt sich an den früheren Verein des Leeds-United-Spielers Lucas Radebe an, die Kaizer Chiefs aus Johannesburg. Die Urmitglieder der heutigen Kaiser Chiefs sind Nick Hodgson, Nick „Peanut“ Baines und Simon Rix, die zusammen eine High-School-Band gründeten. Nick merkte schnell, dass der Gruppe ein geeigneter Lead-Sänger fehlte. Ein Junge aus der Nachbarschaft stellte ihm daraufhin dessen Schulfreund Ricky vor und mit dem linkshändigen Gitarristen Andrew „Whitey“ White war die Band schließlich komplett. Als „Parva“ hatte die junge Truppe ihren ersten Auftritt 1997 als Vorgruppe im Duchess Of York in Leeds. Vom großen Durchbruch weit entfernt blieb die Musik während der Studienzeit fürs Erste zwangsmäßig nur ein Hobby, das sich auf Gelegenheitsauftritte in kleinen lokalen Clubs beschränkte.

Nach der Uni hielt sich Ricky als Kunstlehrer finanziell über Wasser, Peanut arbeitete in einem Pub und reparierte Computer, Simon lebte von Mieteinnahmen, Nick arbeitete neben der Band als DJ und Whitey war über eine Zeitarbeitsfirma in verschiedenen Büros beschäftigt. Allerdings fokussierten die Jungs sich weiterhin auf das Musikmachen und investierten ihr verdientes Geld in neues Equipment. Sie arbeiteten in jeder freien Minute, die sich bot, an neuen Songs. Da Peanuts Onkel als Produzent arbeitete, ergab sich für die junge Band die Möglichkeit, kostenlose Demo-Tapes zu produzieren, die sie an Radiostationen, Plattenfirmen und Musikkritiker verschickten. Um sich einen Namen in der Musik-Szene Leeds’ zu machen und ihr Publikum zu vergrößern, etablierten sie ihren eigenen Club in der Stadt namens Pigs.

Im Jahr 2000 erhielt die Band einen Plattenvertrag beim Indie-Label „Mantra“ und nahm 2002 innerhalb von sechs Monaten ihr erstes Studioalbum mit dem Namen „22“ auf. Leider ging „Mantra“ kurz darauf pleite. Aber, statt aufzugeben, nutzte die Band den Rückschlag, um ihr Konzept komplett zu überdenken. Es war das Ende von „Parvas“ und der Anfang der „Kaiser Chiefs“. Die Band kreierte ihren eigenen Stil. Der erste Kaiser Chiefs-Song, den die Band 2003 schrieb, war „Modern Way“. Die erste Single, die die Band über das Label „Drowned In Sound“ veröffentlichte hieß „Oh My God“. Der Song war in Nicks Schlafzimmer aufgenommen worden. Durch diese Songs wurde das Major-Label Universal Music auf die Kaiser Chiefs aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Das erste Album „Employment“ wurde 2004 der große Durchbruch der Band. Mit der Single „I Predict a Riot“ landeten sie in den britischen Singlecharts. 2005 veröffentlichten die Kaiser Chiefs ihre Debütsingle „Oh My God“ ein zweites Mal und stiegen damit in die UK-Top Ten ein. Der Musikstil der Kaiser Chiefs bewegt sich zwischen Indie-Rock und Garage Rock. Dazwischen gerät auch gerne mal ein Pop-Rock-Stück wie „Ruby“ aus ihrem zweiten erfolgreichen Longplayer „Yours Truly, Angry Mob“ aus dem Jahr 2007. Drummer und Hauptsongwriter Nick Hodgson hatte die Band Ende 2012 verlassen, um nur noch als Songwriter und für Plattenlabels zu arbeiten. Ricky Wilson und Co nahmen die Zügel daraufhin selbst in die Hand und schrieben 2014 mit „Education, Education, Education & War“ ein Album, das es zur Überraschung aller auf Platz eins der britischen Albumcharts schaffte.

Das Album „Duck“ zu produzieren hat eine Weile gedauert. Entscheidend hierbei war der Opener „People Know How To Love One Another“. „Es macht mich unheimlich stolz, dass eine Band nach 15 Jahren so einen Song schreiben kann, der sie neu definiert“, freut sich Wilson voller Stolz, „wir sind nicht nur diese ,Ruby-Jungs‘. Drei Jahre nach dem letzten Album „Stay Together“ melden sich die einstigen Indie-Lieblinge damit zurück.

Die Kaiser Chiefs legen mit „Duck“ ihr siebtes Album vor.

Offizielle Webseite

Titel: 01. People Know How To Love One Another, 02. Golden Oldies, 03. Wait, 04. Target Market, 05. Don’t Just Stand There, Do Something, 06. Record Collection, 07. The Only Ones, 08. Lucky Shirt, 09. Electric Heart, 10. Northern Holiday, 11. Kurt vs Frasier (The Battle For Seattle),

Fotos/Infos: Universal Music

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