Avicii – Tim

Von am 9. Juni 2019

ALBUM der WOCHE KW 24/2019

Neue Musik ein Jahr nach seinem Tod! Das Posthume Avicii-Album heißt schlicht „Tim“, denn, wie die meisten Fans wissen dürften, hieß der weltweit erfolgreiche DJ mit bürgerlichem Namen Tim Bergling. Es waren Songs wie „Levels“ oder „Wake me up“, die ihn weltberühmt machten – Songs die teils in abgewandelter Form radiotauglich produziert wurden, und so auch die Programme der Radiosender nachhaltig veränderten. Das Album enthält 12 Titel, die Avicii noch vor seinem Tod größtenteils selbst produziert hat. Angeblich gibt es noch 200 weitere unveröffentlichte Tracks von dem Star-DJ.

Die meisten Lieder auf „Tim“ klingen so wie immer, fröhlich, tanzbar – einfach Tim! Wenn man genau hinhört entdeckt man aber in den Texten sehr nachdenkliche Passagen. Gerade nach dem Selbstmord des Künstlers kommt da schon etwas Gänsehaut auf. Die erste Singleauskopplung „SOS“ mit Aloe Blacc kam bereits im April auf den Markt. Da heißt es in der Textzeile: „Can you hear me, SOS, help me put my mind to rest“ („Kannst du mich hören, SOS, hilf mir, mich zur Ruhe zu bringen“). Aus heutiger Sicht eine Textzeile, die vermuten lässt wie es in Avicii trotz des Megaerfolges wohl ausgesehen haben muss…

Die Einnahmen des Albums gehen an die „Tim Bergling Stiftung“, das haben seine Eltern, die die Foundation gegründet haben, so gewollt. Sie wollen damit Menschen, die, wie Tim, unter psychischen Erkrankungen leiden, helfen und somit Selbstmorde verhindern.

Sollten wirklich gut 200 fertige Songs existieren, wären sicher noch einige Alben zu erwarten. Allerdings wäre das nur sinnvoll, wenn es sich tatsächlich um von Avicii selbst abgemischte Tracks handelt. Schon auf dem jetzigen dritten Studioalbum des schwedischen DJ´s und Produzenten kann man sich bei manchen Songs des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nicht Tim Bergling selbst am Mischpult saß, um die Songs zu vollenden. Und das war wohl auch der Fall: Avicii´s Familie spricht ja lediglich davon, dass die Songs „größtenteils“ von ihm selbst produziert wurden. Sicher scheint indes, dass der Meister bei durchaus überragenden Stücken wie „Fades Away (feat. Noonie Bao)“ selbst noch Hand anlegte. Der Titel hat Effekte, Stimmung, Rhythmik, Melodie, und nicht zuletzt die weiblichen Gast-Vocals, die einen Avicii-Song schon immer auszeichneten. Auch „Tough Love (feat. Agnes & Vargas & Lagola)“ entfaltet mit seinem Worldbeat-Anteil und orientalischem Flair seine typische Avicii-Wirkung.

Der Skandinavien-Chef von Universal Music meinte vorab über das Album, es sei mitnichten „perfekt“. Es sei nur eine Annäherung an das, was Avicii sonst selbst gemacht hätte. Nicht mehr.

Titel: 01. Peace Of Mind (feat. Vargas & Lagola), 02. Heaven, 03. SOS (feat. Aloe Blacc), 04. Tough Love (Agnes Carlsson, Vargas & Lagola), 05. Bad Reputation (feat. Joe Janiak), 06. Ain’t A Thing (feat. Bonn), 07. Hold The Line (feat. ARIZONA), 08. Freak (feat. Bonn), 09. Excuse Me Mr Sir (feat. Vargas & Lagola), 10. Heart Upon My Sleeve, 11. Never Leave Me (feat. Joe Janiak), 12. Fades Away (feat. Noonie Bao)

Offizielle Webseite

Info/Fotos: Universal Music

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