Protest gegen Steuer-Ungerechtigkeit

Gerd Zeimers aus Brüssel, 07.01.'19

Der Tax Freedom Day ist der Tag eines Jahres, ab welchem ein durchschnittlicher Steuerzahler nicht mehr für die Zahlung seiner Steuern und Abgaben Geld verdienen muss. So wirtschafteten die Belgier im vergangenen Jahr ab dem 18.Juli in die eigene Tasche – immerhin zehn Tage früher als im Jahr zuvor. Die Reichsten im Lande feierten ihren Steuerfreiheitstag bereits am vergangenen Freitag: Nach vier Tagen im Jahr haben sie sich ihrer Steuerpflicht entledigt. Das ist ungerecht, sagt das Netzwerk für Steuergerechtigkeit, das am vergangenen Freitag in der Brüsseler Prachtstraße Avenue Louise demonstrierte. In Belgien besitzt 1 % der Privathaushalte 18 bis 20% des Vermögens. 80% des Wertes der börsennotierten Aktien befinden sich in den Händen der reichsten 10%, sagt Daniel Puissant, Sekretär des Netzwerks für Steuergerechtigkeit:

 

 

Das Netzwerk für Steuergerechtigkeit wird der neuen Regierung, nach den Wahlen im Mai, ein Referendum vorlegen. Darin fordern sie eine höhere Besteuerung von Immobilieneinkünften, gepaart mit einer Steuerentlastung für Menschen ohne Immobilieneinkünfte. Aber auch hohe Gewinne ab 1,5 Millionen Euro sollen gerechter besteuert werden, so Puissant:

 

 

Eine Besteuerung von 3 Prozent bei Gewinnen ab 3,5 Millionen Euro könnten dem Staat Steuermehreinnahmen von 7 Milliarden Euro bringen, so der Sekretär des Netzwerks für Steuergerechtigkeit. Das Interview mit Daniel Puissant führte GrenzEcho-Kollege Gerd Zeimers.




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