Razorlight – Olympus Sleeping

Von am 28. Oktober 2018

ALBUM der WOCHE KW 44/2018

Razorlight sind wieder da. Die Indie-Rock-Band produzierte zwischen 2004 und 2008 drei erfolgreiche Alben, die sich drei Millionen Mal absetzen konnten. Mit den Singles „America“, „Wire to Wire“ und „Hostage of Love“ feierten sie weltweit ihre größten Erfolge – und verschwanden urplötzlich von der Bildfläche. Der ehemalige Libertines-Bassist und Razorlight-Sänger Johnny Borrell versuchte sich im Jahr 2013 als Solokünstler, 2014 ging Razorlight aufgrund des zehnjährigen Jubiläums ihres Debütalbums, ohne Borrell, kurz auf Tour. Erst jetzt startet die Band aber wieder durch.

Spätestens mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums im Juli 2006 waren Razorlight endgültig in der obersten Liga angekommen: Sie hatten ganz Europa und die Staaten mit ihrem Sound auf den Kopf gestellt, unzählige neue Fans gewonnen, die Charts angeführt und überall vor ausverkauftem Haus gespielt. Im Zentrum dieses Strudels immer dieser außerordentlich selbstbewusste Typ, den man eigentlich nur in weißen Jeans und T-Shirts kannte: Sänger und Gitarrist Johnny Borrell, für manche ein Popstar, für andere ein undurchschaubares Rock-Wunderkind.

In ihrem Gründungsjahr 2002 hatten Borrell und Co. genau den richtigen Look und genau die richtigen Songs im Gepäck. Schon bald wurden sie vom NME und dem Q Magazine zur „Best New Band“ erklärt. Kopfüber stürzten sie sich in den Rockzirkus und bahnten sich den Weg an die Spitze, raus aus kleinen Szenekreisen, den Bars und Kellerlöchern, den dreckigen Spelunken. Und rein in die schicken Clubs, rauf auf die Dächer, in die Lehranstalten, bis sie ganze Hallen füllten, große Festivals spielten und selbst in Palästen ihre Songs präsentierten. Es war das ganz große Rock´n´Roll-Märchen: die Mädels kreischten, ein Schlagzeuger tauchte plötzlich unter, Tourneen durch Amerika implodierten, es gab Kontroversen und hin und wieder stand auch die Polizei vor der Tür.

Q Magazine bezeichnete das selbstbetitelte zweite Album als „das beste Gitarrenalbum seit „Definitely Maybe“ von Oasis. Die Single „In The Morning“ ging aus dem Stand auf Platz 2 der britischen Charts, während das „Razorlight“-Album Platz 1 belegte, was ihnen auch mit der zweiten Single „America“ gelang. Ein Song, der bis heute im Radio gespielt wird. In England wurden sie damit endgültig Teil der Popkultur.

Ende 2007 tauchten dann die ersten Fackeln im Dickicht des Erfolgs auf. Zum ersten Mal seit Jahren gönnte man sich eine kleine Auszeit. Frisch aufgetankt wurde 2008 das Album „Slipway Fires“ produziert und veröffentlicht. Das Album beinhaltete die Megahits „Wire to Wire“ und „Hostage of Love“. Trotz den Single-Erfolgen brach die Band jedoch auseinander. In der aktuellen Besetzung spielen Razorlight mit Johnny Borrell als Sänger und an der Rhythmus-Gitarre, Gus Robertson (seit 2011) Gitarre, João Mello (seit 2014) Bass, David Sullivan-Kaplan (seit 2009) Schlagzeug.

Das neue Album „Olympus Sleeping“ enthält 13 Tracks, aber nur 12 Songs. Denn der erste Track ist eine Ansage die Razorlights Musikkollege Adam Green aufgesprochen hat. Green sagt darin: „Genie, it’s Aladin: Print me a Razorlight album, that doesn’t totally suck“ („Genie, Aladin hier: Mach mir ein Razorlight-Album, das nicht total beschissen ist“). Damit beweist die Band nicht nur Humor, Sie tritt auf dem Album auch den Beweis an, dass sie durchaus gewillt ist, Aladin glücklich zu machen. „Olympus Sleeping“ darf als solides Rockalbum eingestuft werden, mit einem Hauch von Britpop-Nostalgie. Von „schmissig“ über „groovend“ bis zur „Gute-Laune-Nummer“ ist alles dabei.

Offizielle Webseite

Titel: 01.Adam Green Skit (Intro), 02.Got to Let the Good Times Back into Your Life, 03.Razorchild, 04.Brighton Pier, 05.Good Night, 06.Carry Yourself, 07.Japanrock, 08.Midsummer Girl, 09.Iceman. 10.Sorry?, 11.Olympus Sleeping, 12.No Answers, 13.City of Women,

Textinfos: Universal Music / Atlantic Culture Records | Pressefoto: Andy Hughes

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