Portugal. The Man – Woodstock

Von am 6. August 2017

ALBUM der WOCHE KW 32/2017

Portugal. The Man ist eine 2004 gegründete amerikanische Indie-Rock-Band aus Alaska. Woher der Bandname kommt? Er wurde von den Bandmitgliedern ausgesucht weil ein Name persönlich sein, und für eine Gruppe, eine Person oder auch für ein Land stehen soll. Kein Bandmitglied war bisher in Portugal, die Entscheidung war rein willkürlich. Die Ergänzung „The Man“ soll bedeuten, dass es sich bei der Band um so etwas wie ein „Alter Ego“ handelt. „Die Entscheidung sei, nachdem der Vorschlag vorgelegen habe, spontan entschieden worden und jetzt hätte man den Erklärungsbedarf bei jedem Interview“, so die Bandmitglieder unisono.

Ihr Debütalbum „Waiter:„You Vultures!“ erschien im Januar 2006 bei Fearless Records und wurde als eine Mischung aus Hardcore-Punk, Soul, Progressive Rock, Emo, Post-Rock und Elektrorock beschrieben. Die 2007 veröffentlichte EP „It’s Complicated Being a Wizard“ bewegt sich mehr in elektronischen Gefilden und setzt ausgiebig Sequenzertöne ein. Das kurz darauf erschienene zweite Album „Church Mouth“ enthält wiederum keinerlei Elektronik und ist deutlich vom Rock der 60er inspiriert. Portugal. The Man tourten bisher mit Bands wie “The Fall of Troy”, “Damiera”, “Action Action”, “The Matches”, “The Black Keys” oder “Casper”.

Ihr mittlerweile 8. Album heißt „Woodstock“. Daraus stammt die Single „Feel It Still“. Die Story zur Entstehungsgeschichte ist schnell erzählt: man hat wohl ein Album namens „Gloomin & Doomin“ kurzerhand auf den Müll geworfen, weil die Gruppe so akribisch daran herumschraubte, dass sie irgendwann die Lust verlor. Der Vater von Sänger John Gourley fragte seinen Sohn, ob es nicht eigentlich die Aufgabe von Bands sei, Aufnahmen, an denen man arbeite, auch irgendwann zu veröffentlichen. Ruckzuck ging’s ins Studio, wenige Wochen später war das Album „Woodstock“ geboren. Der Titel ist ein kleiner Wink an Gourleys Dad, der auf dem Festival zu Gast war. Der Name soll wohl zeigen, dass die Band mit Wurzeln in Alaska hier Politisches im Sinn hat: Pop zur Lage der Nation. Der Song „Number One“ startet sogar mit einem Sample des Woodstock-Veteranen Richie Havens, danach zieht das träge stampfende Psych-Electro-Soul-Stück jedoch in eine ganz andere Richtung. „Easy Tiger“ beginnt wie die Schlümpfe in Led-Zep-Laune, bevor der Song einen Modern-Rock-Hit simuliert – und zwar so gut, dass es ein solcher werden könnte.

Songs wie die Single „Feel It Still“ oder das Neo-Glam-Stück „Live In The Moment“ sind Partygeeignet, „Tidal Wave“ klingt simpel und spaßig. Von Woodstock aber meilenweit entfernt. Die Jungs aus dem hohen amerikanischen Norden liebäugeln eindeutig mit den Charts und den großen Clubs. Mit dem Indie wollen sie nichts mehr zu tun haben. Zum größten Teil spielt sich das Album im Mainstream-Pop ab. Die Songs könnten die Sommerplaylist bereichern.

Offizielle Webseite

Titel:

01. Number One (feat. Richie Havens & Son Little), 02. Easy Tiger, 03. Live In The Moment, 04. Feel It Still, 05. Rich Friends, 06. Keep On, 07. So Young, 08. Mr Lonely (feat. Fat Lip), 09. Tidal Wave, 10. Noise Pollution (feat. Mary Elizabeth Winstead & Zoe Manville)

Fotos: Warner Music

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