Noel Gallagher´s High Flying Birds – Who Built The Moon

Von am 23. Dezember 2017

ALBUM der WOCHE KW 52/2017

Ohne die Band „Oasis“, und den Bruderzoff mit Liam Gallagher zu erwähnen, kommt man natürlich an Noel Gallagher´s Biografie nicht vorbei. Die Geschichte begann mit der Rockband „Rain“, die Anfang der 1990er gegründet wurde. Die Bandkollegen waren mit dem Können ihres Sängers unzufrieden und baten den jungen Sänger Liam Gallagher, diesen zu ersetzen. Liam war allerdings mit den Songs nicht zufrieden und bat wiederum seinen älteren Bruder Noel, der zu jener Zeit bereits Songs komponierte, bei „Rain“ einzusteigen. Noel war seit 1988 Roadie bei der lokalen Band „Inspiral Carpets“, bei der er sich zuvor erfolglos als Sänger beworben hatte. Noel stimmte zu, aber nur unter der Bedingung, alleiniger Bandchef und Komponist zu werden. Auch der Bandname „Rain“ wurde auf Liams Bestreben hin in „Oasis“ umbenannt. So begann 1994 eine der erfolgreichsten Bandkarrieren.

Es folgten zahlreiche Hits, aber leider auch immer wieder öffentlich ausgetragene Skandale um die Brüder Liam und Noel Gallagher. Dennoch blieb die Band 18 Jahre lang zusammen. Im August 2009 verließ Noel Gallagher Oasis, und im Oktober desselben Jahres erklärte Liam Gallagher in einem Interview mit der Times die Band für aufgelöst. Sie gilt bis heute als der erfolgreichste Vertreter des Britpop. Liam Gallagher gründete nach dem Oasis-Ende mit den verbleibenden Mitgliedern die Band „Beady Eye“.

Noel Gallagher startete im Jahr 2011 ebenfalls ein Solo-Projekt. In einer Pressekonferenz verkündete Noel dass das erste Solo-Studioalbum den Titel des Projektes „Noel Gallagher’s High Flying Birds“ trägt, und gleichzeitig auch der Bandname sei. Noel Gallaghers besonderes Talent zum Songwriting zeigte sich gleich mit der ersten Singleauskopplung „If I Had a Gun“. Ein Song der vor allem ein großes Radio-Airplay einbrachte und damit Noels neues Projekt von heute auf Morgen bekannt machte. An die Erfolge von Oasis konnte das Album allerdings nicht anknüpfen. Gallaghers zweites Soloalbum wurde schon im Juli 2011 angekündigt und zwar als Zusammenarbeit mit dem Elektronik-Duo Amorphous Androgynous. Es erschien aber erst im Februar 2015. Das Album „Chasing Yesterday“ blieb weitgehend hinter allen Erwartungen zurück und die Band tourte zunächst ausgiebig durch Europa, Japan und die USA. Im September 2015 folgte mit “Where the City Meets the Sky – Chasing Yesterday” ein Remix-Album mit allen Songs des Longplayers. Auch damit blieb der Erfolg aus. Da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, ist mit dem Album „Who Built the Moon?“ vielleicht die Zeit gekommen, allen Kritikern zu zeigen, wozu ein Ausnahmetalent imstande ist.

Noel Gallagher hat sich neue Territorien gesucht. Die Lust zum Experiment zeigt sich schon im Opener des Albums. Der quasi-instrumentale Song „Fort Knox“ ist eine Breitwand-Overtüre mit massiven Rhythmen, Afrobeat-Chören und Synthesizern. Produzent David Holmes, der schon erfolgreiche Remixe für U2, Primal Scream oder den Manic Street Preachers veröffentlichte, ist maßgeblich am neuen Sound von „Who Built The Moon“ beteiligt. Der Nordire war es auch, der Gallagher davon überzeugte, alles was zu sehr nach Oasis klang zu verwerfen. So marschiert Gallagher zwischen Soul, Psychedelic, Glam und Funk, und trennt sich mehr und mehr von alten Strukturen. Klar, auch Noel Gallagher erfindet das Rad nicht neu – aber vielleicht sich selbst.

 

Offizielle Webseite

Titel:

01. Fort Knox, 02. Holy Mountain, 03. Keep On Reaching, 04. It’s A Beautiful World, 05. She Taught Me How To Fly, 06. Be Careful What You Wish For, 07. Black & White Sunshine, 08. Interlude (Wednesday Part 1), 09. If Love Is The Law, 10. The Man Who Built The Moon, 11. End Credits (Wednesday Part 2), 12. Dead In The Water (Live at RTE 2FM Studios,Dublin), 13. God Help Us All,

Fotos: Rough Trade

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