Alice Merton – Mint

Von am 20. Januar 2019

ALBUM der WOCHE KW 04/2019

Der Song eines Künstlers, der durch die Decke geht, kann für die weitere Karriere Fluch und Segen zugleich sein. Im Falle von Alice Merton ist dies sicherlich die Single „No Roots“. Das Lied wurde im Dezember 2016 veröffentlicht und konnte sich in 17 Ländern in den Charts platzieren. Davon alleine 6 Mal in den Top 10 und 3 Mal auf Platz 1. Das alles ohne ein großes Label im Hintergrund. Alice und ein Studienfreund schafften das im Alleingang!

Zugegeben, dass der Song in der deutschen Vodafone-Werbung gespielt wurde und damit auch zu europäischen Charterfolgen führte, spielte natürlich eine große Rolle. Man kann es als großen Glücksfall bezeichnen. Aber bekanntlich ist das Glück ja auch mit den Tüchtigen. Die Wahl-Berlinerin wurde am 13. September 1993 in Frankfurt am Main geboren und verbrachte ihre Kindheit, als Tochter einer Deutschen und eines Iren, bis zum Alter von 13 Jahren hauptsächlich in Kanada. Die Familie kam über New York nach Ontario, zog dann nach München wo sie erstmals Deutsch lernte und zuletzt nach England, wo ihre Eltern heute leben. Als ihre Wurzeln nannte Merton in einem Interview auch Frankreich, die zeitweilige Heimat ihrer Mutter.

Doch wer war das Mädchen, dass in so vielen Ländern zuhause war? Das verarbeitete sie unbewusst in einem Song, der ihr Leben verändern sollte. Auf der Suche nach einer Identität entstand „No Roots“. Ein Song über ihr Gefühl, nirgends wirklich zu Hause zu sein. Zunächst wurde das Lied über das Internet verbreitet und im Februar 2017 endlich auch offiziell auf der 4-Track-EP „No Roots“ veröffentlicht und stieg in die Charts ein. Der Song ging überall durch die Decke und bekommt auch heute noch viel Airplay von den Radiostationen. Fortan war Alice ein gefragter Star und überall auf der Welt unterwegs, und wurde sogar in die amerikanischen Late Light Shows eingeladen. Die Fans forderten schon seit langem ein Album. Alice ließ sich jedoch viel Zeit und wollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Ihr Album sollte sie vom One-Hit-Wonder-Image wegbringen und etwas Besonderes werden.

Nun liegt also der erste Longplayer vor. Auf „Mint“ fasst Alice Merton 10 Gegenargumente zusammen (Standardversion) warum „No Roots“ nicht der einzige Hit der Künstlerin ist. Drauf sind neben „No Roots“, auch die Nachfolgesingles „Lash Out“ und „Why So Serious“. Außerdem die frisch veröffentlichten und tanzbaren Singles „Funny Business“ und „Learn To Live“.

Dass Alice auch Balladesk sein kann, hört man im softigeren „Honeymoon Heartbreak“. Sehr viel Ausdruck beinhaltet das Stück „Speak Your Mind“. Eine Uptempo-Nummer, die beinahe postrockig endet.

Merton besticht mit großer Vielfalt und präsentiert ein abwechslungsreiches Debüt-Album.

Titel: 01.Learn to Live, 02.Kids, 03.No Roots, 04.Funny Business, 05.Homesick, 06.Lash Out, 07.Speak Your Mind, 08.I Don’t Hold a Grudge, 09.Honeymoon Heartbreak, 10.Trouble in Paradise, 11.Why so Serious,

Offizielle Webseite

Text/Foto | Mom + Pop Music

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